Energie

Die Gemeinde Lech ist sehr bestrebt, die Energiekosten durch Energieeinsparungen, Effizienzverbesserungen und den Ausbau der Erneuerbaren Energie zu reduzieren und die Unabhängigkeit zu steigern. Darüber hinaus soll die Mobilitätswende vorangetrieben werden.

Auf zahlreiche erfolgreiche Projekte sollen noch viele weitere folgen:

Kleinwasserkraftwerk Zürsbach

Nähere Informationen zu unserem Kleinwasserkraftwerk finden Sie hier

Photovoltaikanlagen

Kläranlage

  • Inbetriebnahme Sommer 2023
  • Modulspitzenleistung 23 kWp
  • Fassadeninstallation
  • Durchschnittliche Jahreserzeugung ca. 15.000 kWh
  • Eigenverbrauchsanteil über 90%
PV Anlage ARA

Bauhof

  • Inbetriebnahme Ende 2023
  • Modulspitzenleistung 42 kWp
  • Fassadeninstallation
  • Durchschnittliche Jahreserzeugung ca. 23.000 kWh
  • Eigenverbrauchsanteil ca. 50%
PV Anlage Bauhof

Lechwelten

  • Voraussichtliche Inbetriebnahme im November 2025
  • Modulspitzenleistung ca. 40 kWp 
  • Aufdach-Installation
  • Geschätzte Jahreserzeugung ca. 20.000 kWh
  • Geschätzter Eigenverbrauchsanteil ca. 60-80%

Dorfhus

  • Voraussichtliche Inbetriebnahme im November 2025
  • Modulspitzenleistung ca. 55 kWp 
  • Aufdach-Installation
  • Geschätzte Jahreserzeugung ca. 35.000 kWh
  • Geschätzter Eigenverbrauchsanteil ca. 60-80%

Energiegemeinschaft Arlberg-Klostertal eGen

Energie-Gemeinschaft Arlberg-Klostertal eGen - GründungsfotoErneuerbar. Regional. Gemeinsam

Die Gemeinde Lech und die Raiffeisenbank Lech haben im April 2025 die Energiegemeinschaft Arlberg-Klostertal eGen in Lech gegründet. Der Vorstand der neuen Genossenschaft besteht aus Bürgermeister Gerhard Lucian (Obmann), dem Geschäftsführer der Raiffeisenbank Lech Georg Gundolf (Obmann-Stellvertreter), Klaudia Fischer (Raiffeisenbank Lech) und Julian Epp (Gemeinde Lech). Christine Höfle-Beyweiss, vom Revisionsverband der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg begleitet diese neue Genossenschaft.

Was ist die Energiegemeinschaft Arlberg-Klostertal eGen?

Die Energiegemeinschaft Arlberg-Klostertal eGen ist ein Zusammenschluss von mehreren Teilnehmer:innen zur gemeinsamen Produktion und Verwertung von Energie. Durch diesen gemeinschaftlichen Stromhandel profitieren die Mitglieder der Energiegemeinschaft Arlberg-Klostertal eGen von günstigeren Preisen im Vergleich zum allgemeinen Markt, während gleichzeitig die Abhängigkeit von Großhandelspreisen verringert wird. Die Energiegemeinschaft Arlberg-Klostertal eGen hat zum Ziel, den externen Stromzukauf zu verringern und die Stromkosten der Teilnehmer:innen im Gesamten zu reduzieren.

Weitere Informationen

Tarifblatt ab 1. Oktober 2025
Leitfaden zur Registrierung der EG Arlberg-Klostertal eGen
Hier geht’s zu den FAQs.

Studentenprojekt mit der FH Vorarlberg

In der Gemeinde Lech wurde bereits viel unternommen, um Sonnenenergie als Stromquelle zu nutzen. Doch das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft. Umso passender war die Gelegenheit, externe Unterstützung in Anspruch zu nehmen, um bestehende Ideen weiterzuentwickeln und ihre Umsetzbarkeit zu prüfen. In Zusammenarbeit mit der FHV – University of Applied Sciences hat eine Gruppe von Masterstudierenden der Studienrichtung Nachhaltige Energiesysteme über drei Semester hinweg neuartige Photovoltaik-Konzepte für den alpinen Raum am Beispiel von Lech erarbeitet. Die vielversprechenden Ergebnisse könnten entscheidende Impulse für die Weiterentwicklung der erneuerbaren Energiegewinnung in schneereichen Regionen sein.

Kooperation zwischen Gemeinde Lech und der Fachhochschule Vorarlberg

Die Gemeinde Lech setzt bereits aktiv auf Solarenergie: An mehreren öffentlichen Standorten sind Photovoltaikanlagen im Einsatz. Dennoch suchte sie nach weiteren Möglichkeiten, erneuerbare Energiesysteme effizient in den alpinen Raum zu integrieren. „Um frische Ideen und wissenschaftliches Know-how in die Gemeinde zu holen, haben wir uns um eine Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Vorarlberg bemüht“, erklärt Bürgermeister Gerhard Lucian. „Es hat uns sehr gefreut, dass sich Studierende für das Projekt in der Gemeinde Lech interessiert und die Herausforderung angenommen haben.“ In enger Abstimmung mit dem Energieexperten der Gemeinde, Julian Epp, MSc, hat die Studentengruppe zwei zukunftsweisende Photovoltaik-Projekte entwickelt und unter wissenschaftlicher Begleitung der Studiengangsleiterin Anna Knorr, MSc, MSc, durchgeführt. „Die Studierenden haben uns wertvolle Erkenntnisse geliefert, die wir nun weiterverfolgen können“, betont der Bürgermeister nach der Präsentation der Ergebnisse am 6. Februar. Auch die Studiengangsleiterin lobt die Qualität des Projekts und bezeichnet es als herausragend: „Mit diesem Projekt haben die Studierenden einen neuen Maßstab für Exzellenz in studentischen Arbeiten gesetzt. Sie haben nicht nur vielfältige Inhalte aus ihrem gesamten Studium angewandt und einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung des Energiesystems der Zukunft geleistet, sondern auch erheblichen Mehrwert für eine Gemeinde geschaffen – und das mit einer Begeisterung und Motivation, die alle Beteiligten mitgerissen hat.“

PV-Projekte mit Zukunft: Die Ergebnisse im Detail

Die Studierenden Alexander Maier, Florian Straub und Bastian Rauscher haben untersucht, wie Photovoltaik-Anlagen auch unter anspruchsvollen Witterungsbedingungen mit hohen Schneelasten effizient genutzt werden können. Dazu installierten sie zwei Pilotanlagen an unterschiedlichen Standorten.

Das erste Projekt befasste sich mit der Monzabon-Straßengalerie, wo an den Betonsäulen PV-Module montiert wurden. Anhand verschiedener Anordnungen ermittelten die Studierenden eine mögliche Maximalleistung von bis zu 1.000 kWp und einen Jahresertrag von etwa 800 kWh/kWp. "Dieser Ertrag ist beachtlich", bewertet Julian Epp, Energieexperte der Gemeinde. "Das ist deutlich mehr als unsere Vergleichsanlage am Bauhof produziert. Aufgrund dieser positiven Ergebnisse prüfen wir jetzt die straßenbaulichen Rahmenbedingungen sowie die finanzielle Machbarkeit eines Echtbetriebs.“

Das zweite Projekt widmete sich dem Einsatz bifazialer PV-Module, die nicht nur über die Vorderseite Sonnenlicht einfangen und daraus Strom generieren, sondern zusätzlich das von der Schneedecke reflektierte Licht aufnehmen. Als Standort für die Test-Anlage wurde das Dach der Abwasserreinigungsanlage (ARA) der Gemeinde gewählt. Die Rückseite der Module kann dabei rund 80 Prozent der Leistung der Vorderseite liefern, was erheblich höhere Erträge ermöglicht als bei Standard-Modulen. Zukünftige Einsatzgebiete wären beispielsweise Lawinenverbauungen, welche mit bifazialen Modulen ausgestattet werden könnten. Derzeit befindet sich diese Idee allerdings noch in der Konzeptphase.

E-Ladestation und Anschaffung zweier Elektrobusse (November 2025)

Auf Basis der EU-Richtlinie 2019/1161 (Clean Vehicles Directive) ist der öffentliche Verkehr dazu verpflichtet, seine Fahrzeuge stufenweise auf emissionsfreie und emissionsarme Fahrzeuge umzustellen (bis 2040 emissionsfrei). Auf nationaler Ebene ist in Österreich folglich das Straßenfahrzeug-Beschaffungsgesetz im Jahr 2021 in Kraft getreten. Dies schreibt vor, dass bis spätestens 2030 mindestens 32,5 % des Fuhrparks emissionsfrei sind. In Österreich gibt die sog. EBIN-Förderung (Emissionsfreie Busse und Infrastruktur), die finanzielle Anreize bietet. Die Gemeinde Lech hat in dem Förderprogramm die ersten zwei Elektrobusse (Ortsbus) eingebracht, die in der kommenden Wintersaison bereits eingesetzt werden sollen. Die E-Busse werden über eine eigene Ladeinfrastruktur in der Busgarage des Bauhofs versorgt. Für die Umsetzung der Ladeinfrastruktur hat die Gemeinde Lech eine eigene Ausschreibung durchgeführt. Der Bestbieter wurde mit Umsetzung beauftragt. Das besondere an der Lösung ist, dass die Stromversorgung über eine Direktleitung des Kraftwerks Zürsbach erfolgt – günstiger Strom aus lokaler Quelle. Sollte in den Wintermonaten zu wenig Strom produziert werden, so bezieht das Kraftwerk bzw. die Ladestation ihren Strom aus dem öffentlichen Netz.

Der Betrieb von Elektrobussen ist deutlich günstiger, da Elektromotoren effizienter als Verbrennungsmotoren sind. Außerdem gewinnen sie beim Bremsvorgang Energie zurück (Rekuperation). Weniger Verschleißteile sorgen für günstigere Wartungs- und Instandhaltungskosten. Die Betriebskosten eines E-Busses reduzieren sich daher um rund 60 % gegenüber eines herkömmlichen Dieselbusses. Aber auch der ökologische Vorteil sollte nicht vernachlässigt werden. Denn Dieselbusse benötigen durchschnittlich 50 Liter Diesel für 100 km, was zur Freisetzung von Feinstaub und CO2-Emissionen führt. 

Nähere Informationen zur Ökobilanz finden Sie in einer Studie des Umweltbundesamtes unter:
https://www.bmimi.gv.at/themen/mobilitaet/alternative_verkehrskonzepte/elektromobilitaet/zahlen/oekobilanz.html

Diese kommt zum Ergebnis, dass E-Fahrzeuge, insbesondere bei Strom aus Erneuerbaren Energien, in ihrer Ökobilanz wesentlich besser abschneiden als Verbrenner.

Veröffentlichungspflicht gem. EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED III)

Im Rahmen der EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED III) sind alle Gemeinden und Städte verpflichtet, den Energieverbrauch kontinuierlich zu reduzieren und öffentliche Gebäude schrittweise auf den Standard von Niedrigstenergiegebäuden zu sanieren. Als Grundlage muss ebenfalls ein Gebäudeinventar veröffentlicht werden. Das Gebäudeinventar der öffentlichen Gebäude der Gemeinde Lech können Sie hier einsehen. 

Kontakt

Julian Epp
Energiebeauftragter
+43 5583 2213-238
julian.epp@gemeinde.lech.at